Mittwoch, 5. Februar 2014

5. Februar 2014, Mittwoch.

Heute Morgen war ich noch müde, als Andy sich meldete zum "Beinchenheben". Es war früh, wieder in die Federn kuscheln lohnte sich nicht, also setzte ich mich vor meinen Computer. Warum ohne Cappuccino, weiß ich nicht.

Eeva war online in facebook, man sieht es, an dem grünen Punkt, hinter dem Namen. Kurze Begrüßung. Ich noch nicht so drauf zum Quatschen. Bei uns schläft alles noch und in Angra sind  4.1/2 Stunden voraus. Ich ließ mir Zeit zum Antworten, weil ich zwischendurch mir den vermißten Cappuccino bereitete.

Das Telefon klingelte, ich wußte sofort wer dran war - Eeva - Sie machte sich Sorgen, weil ich so abrubt aus facebook rausging. Bin ich natürlich nicht, ich hätte doch tschüß gesagt. Ich klärte sie auf, daß das Internet oft zusammenfällt und ich rausgeschmissen werden. Nun weiß sie es, ich bekomme ein neues Modem und dann wird hoffentlich alles besser.

So weit so gut. Sonne schien vom blauen Himmel, frische, klare Luft rötete die Wangen und ein Hauch von Raureif auf dem Rasen.

Andy ließ sich ohne Murren und Knurren an- und ausziehen, war gut drauf, fast so wie in alter Zeit. Das macht mich glücklich und seit langer Zeit konnte ich ihn ins Auto setzen. Hundefutter mußte gekauft werden.

Die Zoohandlung ist in einem Industriegebiet am Rande des Öjedorfer Parkes. Oft sind wir nach dem Einkäufen bei Aldi, Baumarkt & Co., spazieren gegangen.

Heute nun dachte ich, weil Andy so gut drauf war, daß ich ihm eine Freude bereite mit einer Runde, die er sehr gern mochte und es viel zu schnuppern und zu sehen gab, von anderen Artgenossen ganz zu schweigen. Ohne Leine vertragen sich alle.

Dieses Gebiet ist Landschaftsschutz und daher, kein Motorrad, kein Auto, und die Hunde können rumtollen nach Herzenslust.

Rumtollen und laufen nach Herzenslust, ich merkte es schnell, ist nix mehr für Andy. Ich wollte noch einmal testen, wie gut oder wie schlecht er hören und sehen kann.

Als ich Andy an die Leine nehmen wollte, war ich nicht so schnell, er hatte schon den Rückwärtsgang eingelegt und rannte den Weg zurück zum Auto.




NDR 1 NS hörte ich im Autoradio und ich mußte herzlich lachen über Öllern-Besöök. Plattdeutsch ist himmlisch.

Was ist Staub

Heute Morgen, die Sonne lacht vom Himmel und strahlt in meine Wohnung, wärmend, freundlich und licht. Bei Sonnelicht fühlt man sich viel wohler und aktiver. Woran liegt das, an den vermehrten Glückshormonen.

Das ist die eine Seite und nun ......

.... Auweia: Mein großes Fenster, naja, durchgucken kann ich noch, ich muß also ran, nicht heute. Die Mahagonimöbel, nun sieht man den Staub, ich schäme mich, pfui, ich kleiner Dreckspatz.

Was ist überhaupt Staub, warum bildet er sich immer wieder - auch dann, wenn ich 3 Wochen nicht in der Wohnung war. Ich muß es genau wissen und wie immer, habe ich mir Informationen hierüber aus dem Internet geholt. Quelle: Wikipedia auch die Fotos.

Der Hausstaub findet sich in jeder Wohnung. Durchschnittlich bilden sich täglich rund sechs Milligramm Staub pro Quadratmeter. Bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 44 qm/Person.

Der Staub ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, gelangt er auch durch das geöffnete Fenster in die Wohnung. Doch auch der Mensch selbst ist eine Staubquelle. Die oberste Hautschicht erneuert sich ständig, die abgestorbenen Hautzellen gelangen in die Luft, steigen mit der warmen Luft in der Mitte des Zimmers nach oben und sinken mit der kühleren Luft in Wandnähe wieder heraus. Deshalb sind Bücherregale, Bilderrahmen und Leisten oben und in Wandnähe staubiger als Möbel in der Mitte des Raumes.

Hier mach ich erst einmal Schluß und bin so einigermaßen informiert. Schuhe, Hund, Bewegungen etc, rein alles ist für diese weiße/graue Schicht verantwortlich. 

Und nun ist mir bewußt, warum ich hinter meiner Waschmaschine, Wollmäuse hervorhole. 




Diese zarten Gebilde von Spinnweben habe ich zur Zeit nicht,
aber ab und an muß ich mit Besen reihum gehen.
Staub unter dem Mikroskop, wäre doch,
von einem Künstler gemalt, Kunst. 




Dienstag, 4. Februar 2014

Nun ist Eeva in Agra angekommen.


Kaum zu glauben, Eeva schrieb mir, daß sie sich heute warme "Klamotten" kauft . Nachts ist es noch kalt - habe ich im vorigen Jahr erlebt, oh, wie habe ich gefroren - am Tage allerdings ist es dann sehr warm. Keine Heizung, nur "Heißluftpuster", das ist alles an Luxus. In WildBrook hatten wir nicht mal das, nur ein kleines Kohlefeuerchen. 

Eeva hatte ein Zugticket von Delhi nach Agra. Als sie am Bahnhof ankam, hatte der Zug 2 Stunden Verspätung und im Wartesaal, kaum vorstellbar, kein Sitzplatz frei. Sie fuhr zurück zum Hotel und bestellte sich ein Taxi und nix wie wechhh. 

Die Fahrt von Delhi nach Agra per Taxe kann ich mir lebhaft vorstellen. Für diese Entfernungen haben wir im letzten Jahr auch Taxi gewählt. Diesmal möchte ich gern mit dem Zug fahren ..... und wir wären dann ja zu zweit. 

Was verbinde ich mit Agra, zuallererst: Taj Mahal. Wenn ich alte Fotos von meiner ersten Indienreise "rauskrame", stelle ich fest, daß ich das meiste nicht mehr punktuell zuordnen kann. Das muß sich ändern, Eeva wird ein guter Reiseführer sein. Ich freue mich sehr, sie wieder zu sehen. 



Ich habe keine Zeit

Das ist ein Thema, mit dem ich mich schon seit längerem beschäftige. Es sagt sich einfach und schnell. Was steckt dahinter, meine Frage. Natürlich muß ich zu allererst einmal bei mir anfangen. Wann gebrauche ich diesen "Ausspruch". Vielleicht: "Habe ich vergessen" oder aber, "das interessiert mich nicht". Zumindest ist er mit etwas "Negativen" behaftet.
Ich versuche, diesem Phänomen "Ich habe keine Zeit" ein wenig auf den Grund zu gehen. "Wie geht es dir" bei einer Begrüßung, da steckt fast ein Automatismus dahinter und ähnlich sehe ich es auch bei "Ich habe keine Zeit". Eine Nachfrage, warum keine Zeit, scheut man sich, vielleicht weil man die Antwort kennt und sie evtl. kränken könnte.
Wäre es nicht ehrlicher zu sagen: "Im Moment habe ich keine Lust, möchte einfach nur  faulenzen und nix tun wollen." Wir würde diese Aussage bei unserem Gegenüber, unserem Freund, ankommen?
Keine Zeit zu haben hängt sicher auch mit der schnellebigen Zeit zusammen. Keine Zeit zu haben, ist gesellschaftlich anerkannt, besagt es doch heute, im Berufsleben und ich kannte es auch: Jeder der freie Zeit zur Verfügung hat, wird/wurde oft schief angeguckt und bekommt/bekam noch mehr Arbeit aufgedrückt.... und dann kommt/kam das sog. Zeitmanagement ins Spiel.
Ich, die schon viele Jahre das "Rentenalter" genießt und wie es so schön heißt, daß Rentner nie Zeit haben, stimmt nur halb, einerseits gefährdet, "keine Zeit zu haben", die Flexibilität des alternden Menschen und andererseits wiederum, was ich anfänglich schrieb: Keine Lust, Ignoranz.
Es soll keine Verallgemeinerung sein, sondern es ist eine Einzelerfahrung, meine Erfahrung.
Was kann dagegen getan werden? Mir fällt das Zitat von Robert Lemke dazu ein: 

Kein Mensch ist so beschäftigt, daß er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.
Und das glaube ich, trifft den Nagel auf den Kopf.
Diese Floskeln "Ich habe keine Zeit" kann man als  reine formale Redewendungen ansehen, oft inhaltsleere Sprachfüllsel. Durch eine permanente Wiederholung, entwickelt man dadurch ein "Papageien-Deutsch" so Prof. Schenk . Auch ich kenne diese "Nichtssagenden Sätze", sie sind so schnell angenommen, gesagt und schwer wieder zu "entfernen". Erkenntnis führt im Allgemeinen zum Ziel. Jeder Tag ist ein neuer Anfang.
Was ist aber "Zeit haben". Es gibt sicher die unterschiedlichsten Definitionen darüber und jede/r sucht sich seine eigene.
Für den einen ist es die Uhr an der Wand, die die Zeit ansagt. Manche wiederum glauben, daß sie nicht existiert. Einige definieren Zeit, daß sie reiner Luxus ist, andere wiederum kommen aus einer bestimmten Lethargie nicht heraus. Manchmal ist diese Lethargie krankheitsbedingt und man muß sich Hilfe suchen, um aus diesem Kreislauf herauszukommen.
Kann man überhaupt von "Zeit haben" sprechen? Oder ist es nicht immer nur eine Ausrede zu behaupten, man hätte keine Zeit? Komischerweise haben wir immer Zeit für das, wovon unser Leben abhängt, oder für das, was uns schlichtweg wichtig ist... 

... und das wiederum ist menschlich. 

Wilde Tiere in Hamburg.

Montag, 3. Februar 2014

Deutscher Beamter auf Elefantenjagd


Bitte an Protestaktion teilnehmen.

Mein kleiner Andy hat es verdient .........

Gestern nun entschied ich mich, vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer zu ziehen. Ich habe das Gästebett in der Schrankwand wieder aktiviert. 




Warum? Andy, mein kleiner Rehpinscher wird im Mai 15 Jahre alt und 13.1/2 Jahre ist er bei mir. Er sollte im Tierheim abgegeben werden. Im Foyer fing ich ihn ab. 2 Damen mit einem schmutzigen Kissen wollten sich von diesem zittrigen Winzling trennen. 

Bevor die Formalitäten im Tierheim begonnen werden sollten - war es schon mein Kind. Vergessen war, daß ein Rehpinscher nicht auf meiner "Wunschliste" stand, denn ein ständiges Begleiten dieser Rasse, ist das Zittern. 

Zittern hin oder her, daran dachte ich natürlich überhaupt nicht mehr, ich habe mich gleich in diesen kleinen Kerl verliebt und zur Liebe gehören bekanntlich zwei. 

Für mich stand es immer fest, sobald ich in Rente gehen würde, sollte sich zu meiner Katze noch ein kleiner Hund, egal welche Rasse, hinzugesellen. So jung wie er war, 1.1/2 Jahre, war ich schon die "dritte Hand". Er kam aus einer schlechten Haltung. 

Nun begann mein Hundeleben, ich kann fast sagen, das schönste und ist es immer noch. Ich stelle mich in jeder Beziehung auf meinen alten Hund ein. Mit seinen altersbedingten "Macken" komme ich gut zurecht. Ich akzeptiere und toleriere sie. 

Rehpinscher sind Dobermänner in Kleinformat. Seine Abstammung reicht bis vor ca. 3.000 Jahren zurück. Fakt ist aber auch: Die kleinen temperamentvollen, selbstsicheren Vierbeiner und seinen Menschen gegenüber ist er anhänglich und treu und braucht einen engen Kontakt zu ihnen. 

Vor ein paar Jahren, weil diese Rasse nicht mehr modisch war, bangte man sein Aussterben. Es hat sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet. 


Andy läßt sich kaum bewegen, nur einen Schritt vor die Tür zu gehen. Es geht nur noch mit Leckerlis, wenn überhaupt. Erzogen habe ich Andy ohne Leckerlis, er hat alles mir zu Liebe gemacht, ein scharfer, böser Blick genügte und Ignoranz meinerseits war und ist das allerschlimmste für ihn.

Wie gut, daß ich vor 2 Jahren meinen kleinen Terrassengarten mit Rasen versah, alles für das Älterwerden meines kleinen Lieblings. Andy rennt zur Terrassentür, piepst, aha, er muß Beinchen heben, geht auch nicht mehr so richtig. Auf allen Vieren stehend, ein wenig gebückt, eben nicht nach Rüdenart, hinterläßt er ein Bächlein. .... und sobald fertig, flitzt er zurück und ab auf die Couch.


Rennen, das kann er noch, wenn er will. Heute morgen kam er von allein und auch mit dem Mäntelchen anziehen, hat es geklappt. Die 7 Treppenhausstufen, das lernte er zwischenzeitlich, geht nicht mehr ohne Hilfe von mir. Er wartet, bis ich ihn hinunter trage. Und dann eine Pfote vor die andere, langsam, sehr langsam. Die allerallerkleinste Runde, zu mehr war er nicht bereit, absolvierten wir. Sobald es in Richtung zu Hause ging, gab er Vollgas. Ich hatte Mühe mitzuhalten.