Freude an einem Hund haben sie erst, wenn sich nicht versuchen,
aus ihm einen halben Menschen zu machen.
Ziehen sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht,
selbst zu einem halben Hund zu werden.
(Edward Hoagland)
... wohl wahr, wohl wahr und genau DIESES steht bei mir immer auf dem Prüfstand. Ich gebe mir viel Mühle, jeden Tag auf´s neue, ein halber Hund zu werden, es fällt mir schwer und im Umkehrschluss, Pinky auch, ein halber Mensch zu werden.
Heute hatte ich wieder einen Termin beim Arzt in Wandsbek. Das Parkhaus kenne ich seit Jahrzehnten, nur heute, oh mein Gott, Bauarbeiten und viel weniger Parkplätze. Die Ampel zeigte grün also fahren - nur es war kein Parkplatz vorhanden.
Ein "Höllenszenario", es ging nicht vor- und rückwärts, weil alles versperrt war mit Bauzäunen. Also kehrt Marsch Marsch und das auf der Stelle mit dem Auto. Total entnervt blieb ich auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz stehen.
Es ging alles gut und als Belohnung für die "Strapazen", durfte Pinky im Wandsbeker Gehölz rennen, rennen und rennen.
Dienstags und freitags treffen wir uns mit dem Rudel. U.a. ist auch Nelly dabei. Die ersten Male, wo Pinky zur Gruppe zugestossen ist, musste Pinky sich an die Kleine 2jährige erst gewöhnen. Die wilde Maus, war manchmal zu aufdringlich.
Mittlerweile läuft es ganz toll. Es kommt so viel Freude auf, wenn groß und klein sich jagen, spielen und rennen.
... und deshalb konnten wir es wagen, dass Nelly gleich nach dem Spaziergang mit zu uns kommt. Zuerst mussten beide an der Leine bleiben. Ganz schnell spürte ich, dass Pinky nichts dagegen hatte, dass Nelly in sein "Reich" gekommen ist.
Wieder haben wir viel über Hunde/Hundesprache gelernt. Das machen wir mal wieder.
Es war und ist mir völlig klar, dass es dauern wird, bis Pinky sich an diesen "Feind" gewöhnt hat. Dieses Geklapper von den Metallstäben bringt ihn in Rage. Jedoch auf die Couch und auf den Sessel traute Pinky sich noch nicht. Wie gerne hätte er sich in die Kuscheldecke verkrochen. "Sicherer" ist es aber bei Mama zu Füßen.
Es ist einfach Geduld angesagt und die habe ich.
Mittags der Spaziergang am See, auf der großen Wiese, musste ich abbrechen - es gab einfach viel zu viel Futter (Kaninchenköttel) für den kleinen verfressenen Kerl.
Ersatz für die kleinen Köttel, jedoch nicht so einfach zu haben. Es wird wohl noch lang dauern, bis Pinky den Wäscheständer "annimmt" oder es klappt auf diesem Wege gar nicht.
Niemand erwartet von einem, dass man jeden Tag badet.
Wenn es juckt, kratzt man sich einfach.
Es fällt niemandem auf, wenn einem an den unmöglichsten Körperstellen Haare wachsen.
Man kann sich stundenlang mit einem Knochen amüsieren.
Mann kann den ganzen Tag herumliegen, ohne Angst zu haben, dass man rausgeworfen wird.
Man kriegt keinen Ärger, wenn man einem Fremden seinen Kopf in den Schoss legt.
Man freut sich immer, dieselbe Leute wiederzusehen.
So etwas wie schlechtes Essen kennt man nicht.
Man bekommt jeden Tag etwas leckeres serviert.
Man kriegt alles, wenn man nur treuherzig genug guckt.
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Sonntags, gleich früh, kurz nach 08.00 Uhr, ist es sehr angenehm Runden zu drehen, denn man trifft wenig, bis gar keine "Menschen".
Ganz entspannt kann ich meinen Kleinen laufen lassen und Pinky genießt es. Man sieht es ihm an, wie fröhlich er ist. Rehpinscher sind lauffreudige kleine Hunde.
Nach einer Stunden Power, haben wir unser Frühstück verdient.
Sonntags, wie immer, Presseclub und danach, ich entscheide mich sehr kurzfristig, wohin wir gehen wollen und es ging mit dem Auto in den Sachsenwald.
Wir begannen unsere Runde um die Mittagszeit und hatten den Wald ganz für uns allein. Ruhig, windstill, nur der Specht hämmerte nach Herzenslust. Unwillkürlich wanderte mein Blick nach oben, dort wo ich das Trommeln zu hören glaubte. Nur leider hielt er sich vor mir versteckt.
Spechte bauen viel mehr Höhlen als sie selbst brauchen und nicht jede Höhle ist gut genug, sie stellen hohe Ansprüche an ihr Eigenheim. Jedes Jahr zimmert sich der Specht eine neue Bleibe und danach muss immer ein bisschen herumgezimmert werden.
Auf der Suche nach Fressbarem durchwühlen die Wildschweine den Waldboden und hinterlassen tiefe Spuren.
Drei Stunden waren wir unterwegs und wir Beide waren müde, Couch war angesagt.
Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch,
wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch
immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an.
Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug.
Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen,
was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen.
Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben.
Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines
Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt
werden möchte. Er tut es einfach.
Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut."
Von Jaqueline Wiesenberg bekam ich einen guten Tipp. Pinky betrachtet Wäscheständer und Bügelbrett als potentiellen Feind, den man durch Beißen vertreiben muss.
Das "Zauberwort" ist Geräuschdesensibilisierung.
Also den verhassten Wäscheständer mit der Kuscheldecke an meinen Sessel gelehnt. Ich hatte ihn (den Wäscheständer) dolle lieb, habe ihn ausgiebig gestreichelt und dabei Kaffee getrunken.
Pinky hat sich auch schon, ganz vorsichtig und verstohlen zu mir in den Sessel gelegt. Manchmal klapperte ich am Ständer. Vom lauten Bellen ist es nun nur noch ein zartes Bellen geblieben. Der Ständer bleibt den ganzen Tag. Wenn das klappt, mache ich es mit dem Bügelbrett und Staubsauger.
„Wenn ein Hund nicht auf Sie zulaufen mag, nachdem er Ihnen ins Gesicht geblickt hat, sollten Sie nach Hause gehen und Ihr Gewissen überprüfen.“
Ungemütliches Wetter, 2° C plus, trübe und feucht. Dieses Wetter mögen weder mein Hund noch meine Knochen. Schmerzen ohne Ende. Jedoch sind sie verschwunden, wenn ich meinen kleinen Pinky fühle und sehe, wie zufrieden, glücklich und fröhlich er ist.
Im Auto, auf der Spielwiese hinten, da mag er nicht sein, das habe ich ja schmerzlich erfahren müssen. Schon beim Einsteigen fängt er an zu kratzen. Vorne, Aber vorne, Beifahrersitz, unten, fühlt er sich wohler und ist ruhig, bis auf gelegentliche Piepser. So kann auch ich entspannt - mein Fahrzeug lenken.
Die Welt ist klein. Wir kannten uns. Vor etwa 10 Jahren bestellte ich bei ihr ein Hundeportrait. Da ich es sehr schlecht gemalt haben wollte, konnte sie sich auch an mich erinnern.
Wir wollen uns nächste Woche treffen und zwar am Glinder Mühlenteich. Mit Andy bin ich damals auch oft gewesen.
Heute haben wir schon einmal "vorgeschaut".
Pinky konnte wieder rennen, rennen und rennen. Er hatte keine Probleme, für mich war es aber z.T. recht glatt.